UX Design als Markenbotschafter: Deshalb ist die User Experience entscheidend

Die User Experience, das sogenannte UX Design, ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg im Netz. Dies ist allgemein anerkannt. Schließlich erzeugt eine positive Nutzererfahrung ein Gefühl von Sicherheit. Vertrauende Besucher sind beispielsweise eher bereit, einen Einkauf zu tätigen. Doch viele Unternehmen haben ein Problem damit, eine an die modernen Zeiten angepasste User Experience zu erreichen. Ihr Horizont ist zu klein. Sie verstehen nicht, dass die Nutzererfahrung als Markenbotschafter fungiert – im Guten wie im Schlechten.

User Experience: Google und Co. sind unerbittlich

Das UX Design ist zudem nicht nur für den direkten Kontakt des Nutzers mit einer Seite von entscheidender Bedeutung. Auch für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) spielt die Nutzerfahrung eine zentrale Rolle. Google und Co. strafen beispielsweise hohe Absprungraten ab. Gleiches gilt für nur langsam ladende Webseiten. Wer sich beim Design seiner Webseiten nicht auf die Gestaltung der Auftritte für Smartphones und Tablets konzentriert, wird ebenfalls bestraft (“Mobile first”-Gebot). Die User Experience ist also das A und O für jeden Internet-Auftritt. Nur so lassen sich Nutzer und Suchmaschinen gleichermaßen zufriedenstellen.

Häufig wird in zu kleinen Maßstäben gedacht

Spontan fallen Ihnen vermutlich einige Webauftritte ein, deren User Experience für Sie unbefriedigt war. Interessant wird es, wenn Sie über die Gründe nachdenken. Technisch sind solche Seiten häufig tadellos. Selten liegt es daran, dass Sie nicht schnell genug gefunden haben, wonach Sie suchen. Auch diesem Gebot werden die meisten Internetauftritte inzwischen gerecht. Meistens liegt es daran, dass einfach etwas fehlte. Die Designer haben in zu kleinen Maßstäben gedacht.

User Experience wird gängig als “die Summe der Erfahrung eines Nutzers mit einem Produkt” definiert. Dabei wird nach den folgenden Kriterien entschieden:

  • Zugang: Ist das Produkt einfach oder schwierig zu nutzen? Finden Sie auf einer Webseite beispielsweise sofort, wonach Sie suchen?
  • Stimulation: Wie gelungen ist die Darstellung? Wie interessant ist das Gebotene?
  • Anziehung: Wie ästhetisch ist beispielsweise der Webauftritt?
  • Vergnügen: Wie viel Freude macht es, das Angebot bzw. Produkt zu nutzen?

Je nach Produkt unterscheidet sich die Bedeutung die vier Kriterien. Bei einem Schreibtisch zählen beispielsweise Zugang und Ästhetik. Das Vergnügen ist von nachrangiger Bedeutung. Hier dürfen also Einschränkungen gemacht werden. Lange galt dies auch für Angebote im Netz. Der Zugang war von entscheidender Bedeutung. Durch die Designkünstler von beispielsweise Apple und Google folgten Anziehung und Stimulation. Schließlich kam das Vergnügen hinzu.

Eine moderne User Experience muss allen Kriterien gerecht werden, weil dies von den Nutzern mittlerweile eingefordert wird. Der durchschnittliche Nutzer verbringt laut “GlobalWebIndex” täglich sechs Stunden im Netz – zumeist über Mobilgeräte. Entsprechend groß sind die Erfahrungswerte der User. Hierzu existiert eine interessante Studie von “Ericsson” (https://www.ericsson.com/en/press-releases/2016/2/streaming-delays-mentally-taxing-for-smartphone-users-ericsson-mobility-report), die zeigt, wie groß die Erwartungen inzwischen sind: Beim Laden von Video-Content löst eine Verzögerung von nur einigen Sekunden den identischen Stresslevel wie ein Horrorfilm aus, der allein geschaut wird. Gibt es keine Verzögerung, wird dagegen eine positive Reaktion herbeigeführt. Die Marke profitiert.

Die User Experience wird zum Markenbotschafter

Dies führt zum wichtigsten Punkt bezüglich moderner User Experience. Diesen hat UX-Design-Experte Felix van de Sand im Gespräch mit “Horizont” ausgeführt: “User Experience ist zum Markenbotschafter geworden.” Jeder Touchpoint löst demnach beim Konsumenten spezifische Assoziationen aus. Deshalb müssen Angebote im digitalen Raum bei allen obigen Kriterien zu überzeugen verstehen. Als Beispiel: Laut des “Mobile App Reports” von “Comscore” löschen 21 Prozent der Millennials Apps wieder, die sie nicht anziehend finden. Wer in zu kleinen Maßstäben denkt, verliert.

Fazit: Was leicht klingt, verlangt nach harter Arbeit

Auf dem Papier klingt es einfach, was eine gelungene User Experience auszeichnet: Der Nutzer wird emotional erreicht. Dadurch entsteht eine stabile und dauerhafte Beziehung. Dies verlangt allerdings nach harter Arbeit. Beispielsweise fordert schon das Design eines Logos intensive Recherchen, wie dem Geschmack der Zielgruppe am besten Rechenschaft gezollt werden kann. Es sind allerdings Mühen, die sich lohnen.

Weitere Quellen: